Mancheiner wird schon von diesem meinem Projekt gehört haben. Ich will ein Kochbuch schrieben. Vielleicht nicht sofort, denn ich habe zuviel um die Ohren, als daß ich auch noch Verleger abwimmeln könnte. Aber doch irgendwann. Also habe ich mir gedacht, ich veröffentliche hier vorab schonmal die Rezepte, damit ihr, liebe Leserschaft, euch ein Bild machen könnt von dem, was euch erwartet, wenn ihr irgendwann in die Läden strömt und euch anstellt, um eins meiner Kochbücher zu ergattern. Vielleicht aber seit ihr auch nur zufällig an dem Tag in den Buchladen gekommen, um den neuen Harry Potter zu kaufen, und müßt nun hinter tausenden Leuten mit einem oder mehreren Exemplaten meines Kochbuchs anstehen. Irgendwann! Revenge is a dish that is best served cold. Im Gegensatz natürlich zu meinen Kreationen. Das Buch soll heißen, wer hätte es an diesem Punkt im Text schon erraten können, "Phat Kochen". Über die subtilen und offensichtlichen Konnotationen dieses Titels könnt ihr euch alleine Gedanken machen, da will ich euch die Freude nicht verderben.
Das Buch soll eines sein für Gourmets, und zwar für Gourmets ohne Gewichts- und Cholesterinprobleme, sonst hätte das alles keinen Sinn. Außerdem werde ich mich nicht herablassen, zu erklären, wie man eine Ente ausnimmt, was unterheben bedeutet oder wie man Bohnen einweicht. Mengenangaben finden sich eher in der Form "3 große Tomaten" oder "eine Handvoll Kartoffeln (das sind etwa 4). Schließlich will ich niemandem kochen beibringen.
Ich komme daher sofort und ohne Umschweife zu meinem ersten Rezept.
Spaghetti al pescatore dalla Tailandia
(che era venuto a Napoli per un funerale ed ha desiderato
mangiare gli spaghetti Carbonara, ma ha dovuto demandare qualcosa
essere improvvisato poiché era un vegetariano)
[Ich hoffe, mein Italienisch läßt mich nicht im Stich]
Man benötigt:
- Spaghetti (wer hätte das gedacht, selbst ohne profunde italienisch-Kenntnisse kann man das aus dem Titel erschliessen), so etwa 250g
- ein bis zwei Hände Champignons. Steinpilze stelle ich mir auch lecker vor, hatte ich aber nicht da.
- Sahne, ca. 1 Glas.
- 2 Eier
- frisches Basilikum, je mehr desto besser. (Wenn in diesem Kochbuch etwas
hervorgehoben ist, dann heißt das so viel wie daß man es auch ernst
nehmen sollte. Man kann ja viel von dem, was ich so schriebe, as Unfug
abtun, aber eben z.B. bei dem Basilikum für dieses Rezept sollte man
auf mich hören. Wenn man getrocknetes nimmt, schmeckt es nicht einfach nur
nicht so lecker, es hat schlichtweg nur noch wenig mit meinem Rezept zu tun. Ach ja, "je mehr, desto besser" ist eine Hyperbel.)
Die Nudeln kochen. Die Pilze mit der Hälfte des Basilikums in Olivenöl anbraten. Nicht zu viel Öl nehmen, tatsächlich eher wenig. Mit der Sahne ablöschen. Das restliche Basilikum zugeben. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Dabei daran denken, daß später höchstwahrscheinlich frischer Parmesan und frischer Pfeffer drübergerieben wird, also sollte man mit beidem etwas vorsichtig sein. Die Pfanne nicht mehr heizen (E-Herd-Benutzer: Die Pfanne woanders hinstellen), die Sahne etwas abkühlen lassen, und die Eier in die Sauce rühren. Aufpassen, daß sie nicht am Pfannenboden ansetzen, das ist nicht Sinn der Sache. Die Nudeln sind zu diesem Zeitpunkt hoffentlich fertig, denn die werden jetzt abgegossen und kommen in die Sauce. Sie können ruhig noch heiß sein, abschrecken ist eher hinderlich. Es kann ruhig auch noch etwas Wasser dran sein, wenn einem die Sauce zu dick erscheint.
Parmesan und frischem Pfeffer drüberreiben und aufessen.