Ich habe einen neuen Computer. Einen Mac. Endlich. Ich habe mir ein
neues MacBook Pro gekauft. Es sieht gut aus, fühlt sich gut an, und
riecht auch gut, wenn man den Geruch von elektronischen Geräten mag.
Es ist auf den ersten Blick alles dran, was man so braucht, und es hat nur einen kleinen Fehler: Das CD-Laufwerk ist kaputt. Also werde ich das schöne Gerät wohl gleich wieder loswerden. Schade auch. Ansonsten ist aber alles gut: Das MacBook wird zwar warm, aber nicht zu heiß (denke ich mal), es macht auch Geräusche, aber wesentlich weniger als mein IBM-Notebook, und auch ansonsten scheint es keine Macken zu haben. Des öfteren wurde ein hohes Sirren beschrieben, was wahrscheinlich mir der Stromversorgung der CPU zu tun hat, und das Problem habe ich auch. Allerdings geht das weg, sobald man beiden CPUs etwa zu tun gibt. Der einfachste und (fast) eleganteste Weg das zu tun, ist der hier. Das funktioniert prächtig, allerdings mit bisher unbekannten Folgen für die Batterielaufzeit.
Bisher ist auch die Software ziemlich überzeugend. Von Linux kommend ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, daß man viele Dinge nachinstallieren muß, um ein benutzbares System zu haben, aber ich will mal nicht meckern. iLife ist vorinstalliert, und das ist schon eine Menge Wert, und die installierten Programme decken ja auch einen Großteil der täglichen Aktivitäten ab. Ich persönlich mußte nur noch XCode, Adium, Skype, GPG, Firefox, MPlayer und das Xiph-Framework nachinstallieren, und schon konnte ich (fast) alles machen, was ich so machen will.
Mail ist ein wenig eigenwillig. Man kann nicht mehrere Email-Adressen über denselben Account verschicken, und das Speichern der Gesendeten Nachrichten genau zu steuern. Mit ein paar Tricks (Accounts mit bogus-Servern, die immer offline sind) geht aber irgendwie alles, nur nicht wirklich schön. Könnte sein, daß Mail in Zukunft doch noch Thunderbird weichen muß, je nachdem, wie es sich noch so macht.
OGG-Support für iTunes ist ein Krampf. Ich habe (leider) eine ganze Menge OGGs, und aufgrund früherer Erfahrungen mit dem Mac meiner Eltern dachte ich, das sei alles kein Problem. Es gibt auch für Intel-Macs OGG-Support für Quicktime (und damit für iTunes), und der liest "sogar" die Tags. Leider schreibt er keine. Und da niemand auf der ganzen Welt eine orgendlich und einheitlich getagte Musiksammlung hat, ist das ein ziemliches Problem. Die ganzen Fehler und Inkonsistenzen in den Tags fallen einem natürlich erst auf, wenn man eine große Datenbank mit allen Titeln macht (iTunes), und dann ist es zu spät, denn iTunes schreibt keine OGG-Tags. Wahrscheinlich werde ich mir was anderes suchen, um die Tags neu zu setzen, aber toll ist das nicht. Ich sehe ja schon ein, daß sie bei Apple keine Zeit für unnötige Features verlieren wollen, aber OGG-Support wäre echt nett gewesen.
Daß Quicktime keine MPEG2-Videos spielt, ist mir ein Rätsel. Klar, man kann für 30$ oder so nachrüsten, und vielleicht muß Apple ja horrende Gebühren für den MPEG2-Decoder abdrücken, aber das ist echt lächerlich. Daher auch MPlayer. Schade eigentlich, denn das bedeutet wohl, daß ich MPEG2-Videos nicht in Frontrow gucken kann.
iPhoto ist ein verdammt cooles Programm, und ein nicht unwesentlicher Grund, warum ich zum Mac (oder zu MacOS) gewechselt bin. Leider fängt es bei ca. 10000 Photos allmählich an, ein wenig zu stottern, zumindest bei meinen etwas knappen 512 MB RAM. An und zu bietet es einem an, den Cache neu aufzubauen, und das tue ich auch gerne, aber manuell auslösen kann man das anscheinend nicht, und wann einem das angeboten wird, ist eher zufällig.
Das bei weitem coolste Feature ist aber FrontRow und die mitgelieferte Fernbedienung. Die beiden Sachen machen Stereoanlagen und DVD-Player endgültig überflüssig. Leider ist Frontrow nicht gerade unendlich stabil, und wenn iPhoto während der Diashow findet, er müsse den Cache umorganisieren, dann stürzt Frontrow ab. Auch wenn iTunes ein OGG findet und erstmal darüber nachdenken muß, kommt Frontrow schon ins Schwitzen. Sonst aber echt cool. Da kann Windows MediaCenter blabla einpacken.