Aus irgendeinem Grund habe ich über Klassifikationen nachgedacht. Es war während einer Unterhaltung über Sport(arten), als mir plötzlich eine Idee kam, wie man Sportarten in gute und schlechte Sportarten aufteilen kann. Völlig subjektiv natürlich.
Eine gute Sportart ist eine, bei der man nicht rennen muß und auch nicht vom stärkeren verhauen wird.
Die Definition klingt ein wenig naiv, aber sie trifft erstaunlich genau meine Vorlieben. Es geht hier natürlich nur um Sportarten zum selbst mitmachen. Tischtennis ist also zum Beispiel gut, Golf auch. Fußball nicht, weil man da rennen muß, und Eishockey auch nicht, da man, obwohl man nicht wirklich rennen muß, doch von größeren und stärkeren verhauen wird. Und so weiter. Ich finde das sehr nützlich, wenn man sich mal einen neuen Sport aussuchen muß.
Ich habe mich dann daran erinnert, daß ich früher, als ich noch klein war, alle Tiere in nur wenige Kategorien eingeteilt habe. Alles war entweder ein Hund oder eine Katze. Fische und Vögel waren irgendwie extra, zumindest kann ich mich nicht erinnern, daß ich mich je gefragt hätte, ob ein Fisch eher eine Katze oder ein Hund ist. Ich glaube, ich hatte auch noch eine Kategorie für Tiere mit Hufen.
Die meisten Tiere sind so einfach zu klassifizieren. Mäuse sind ganz klar eine Art Hunde, nicht zuletzt wegen ihrer Feindschaft zu Katzen. Kleine Hunde sind dementsprechend eher Mäuse (oder Kampfratten). Affen sind ziemlich eindeutig Katzen. Über Menschenaffen habe ich nicht wirklich nachgedacht. Was mir allerdings wirklich Probleme gemacht hat, waren die Bären. Bären sind einfach keine Katzen, und Hunde sind es eben auch nicht. Eine neue Kategorie hätte mein ästhetisches Empfinden nicht vertragen, und so ist mein System am Bärenproblem zerbrochen. Schade eigentlich.
Erst kürzlich habe ich meinen Hang zur extremen Simplifizierung wiederentdeckt. Dadurch, daß Sardellen, Sardinen und Heringe eigentlich dieselbe Art Fisch ist (nur kleiner oder größer), kam ich auf die Idee, daß eigentlich alle Fische mehr oder weniger gleich sind (und sogar einige Nicht-Fische). Es fängt an bei diesen kleinen Fischen, die man lecker eingelegt in Korea als Snack ißt. Das sind in Wirklichkeit kleine Sardellen. Wenn die ihre Sardellen-Sardinen-Hering-Entwicklung hinter sich haben, werden es Forellen, Lachse, Thunfische und vermutlich danach Delphine und Wale. Alle anderen Fische sind sehr nah an dieser "Hauptlinie": Haie sind Wale mit einem Kindhaitstrauma, bevor ein Fisch eine Forelle wird, kann es sein, daß er ein Aal wird. Interessanterweise sind Schlangen auch nur große (oder kleine) Aale, also in Wirklichkeit Fische.
Zusammen mit meiner Theorie der Vögel ergibt das ein wundervoll harmonisches Bild der Welt. Im Mittelalter wäre es sicher der absolute Renner gewesen.