Thursday, April 12. 2007
Ohne allzu überheblich erscheinen zu wollen... ich habe es ja gesagt. Dieses Land (oder eher, jenes) ist auf einem schlechten Weg. Die herrschende Klasse tut alles, um das zunichte zu machen, was sie verteidigen soll (vielleicht ist das unfair... vielleicht ist es einfach nur Schäuble). Oder sie ist einfach verblendet. Wahrscheinlich beides. Ich habe noch 10 Jahre Zeit. Mein "biometrisches" Passbild können sie haben, das ist kein großes Problem. Fingerabdruecke faende ich unangenehm. Naja. Sorry wegen der langen Pause. Wird nicht besser werden in nächste Zeit. Aber vielleicht im Herbst, wenn es spannendes zu berichten gibt.
Wednesday, March 1. 2006
Jaja, die Niederländer... bei denen geht es rund. Ich verstehe zwar nicht genau, was der Mann mir sagen will (so ungefähr halt, aber so eine verneinung oder so übersieht man leicht, wenn man kein Holländisch kann). Man stelle sich Frau Zypries vor... oder vielleicht besser nicht.
Tuesday, February 28. 2006
Da war ich also in Schweden. Es hat mir gefallen. Um mal gleich auf die leidige Hintergrundstimmung meiner anderen Beiträge zurückzukommen: Meine Schwester (die da wohnt und sich ja auskennt) hat mir haarsträubende Geschichten über den Datenschutz in Schweden erzählt. Aber das schlägt sich nicht auf das tägliche Leben durch, sondern ist wohl eher wie hier in der Schweiz als "gut informierte Behörden" einzustufen. 
Stockholm ist wirklich nett. So nett, daß ich die Liste anderer Städte updaten mußte. Es gibt einen Fluss, sogar einen See, und das Meer. Der Fluss zum Beispiel ist gerade zugefroren. Außerdem eine U-Bahn (die Tunnelbana, also eigentlich T-Bahn). Die grundlegenden Bedingungen für eine coole Stadt sind also erfüllt. Es gibt jede Menge Cafés und leckere Restaurants, und auch die paar Bars, die ich gesehen habe, sahen cool aus. Die Schweden scheinen mir auch ein nettes Völkchen zu sein, und die Sprache ist einfach zu lernen. Schweden ist nicht berühmt für seine Küche, aber trotzdem habe ich mir da ziemlich den Bauch vollgeschlagen. Elch und Ren sind lecker, Erbsensuppe auch, und in Schweden gibt es verdammt viele leckere Backwaren, die den Besuch in den Cafés noch leckerer machen. Zum Beispiel Möhrenkuchen mit krassem Belag aus Zucker und Eischaum oder so, oder Käsekuchen, superfluffig, oder Zimtrollen, oder ganz lecker, Semlor (pl., s.u.). 
Thursday, October 6. 2005
Ich war in der Provence. Es ist schön in der Provence, schöner noch, als ich es in Erinnerung hatte. Einige Dinge haben mich da nicht besonders überrascht, zum Beispiel, daß man in Avignon sehr gut essen kann (z.B. im "La Vache aux Carreaux", alles irgendwie käsig, alles verdammt gut). Ein wenig schockiert haben mich die Mücken in der Camargue. Aufgrund ungünstiger Wetterentwicklung gibt es davon dieses Jahr sehr viele, und das sehr spät im Jahr. Unangenehm, aber offensichtlich ist, daß mehr Mücken auch mehr Stiche pro Zeiteinheit verursachen als wenige Mücken. Für mich überraschend, aber irgendwie nachvollziehbar war vielmehr, daß späte Mücken viel aggressiver sind als frühe Mücken (Das liegt daran, daß sie weniger Zeit haben, um sich fortzupflanzen, und daher verdammt schnell Blut brauchen). Außerdem hat mich das zu der Erkenntnis geführt, daß viele aggressive (wenn auch unvorsichtige) Mücken sehr viel gefährlicher (zumindest aber unangenehmer) sind als wenige, vorsichtige. Wenn man darüber nachdenkt, ist das kein besonders überraschendes Ergebnis, insbesondere, wenn man berücksichtigt, daß ein Mückenleben nicht sehr viel Wert ist, weder für die Mücke noch für mich, und daß man aufgrund physiologischer Einschränkungen nur eine (sehr) begrenzte Anzahl von Mücken erschlagen kann, vor allem, wenn man nebenbei noch etwas anderes macht. Das ganze macht einen Aufenthalt in der Camargue diesen Herbst, zumindest abseits vom Strand, zu einer ganz speziellen Erfahrung, und man wird wenig von der Landschaft sehen, geschweige denn geniessen, da man die meiste Zeit damit verbringt, Arme und Beine zu verteidigen. Aber ich schweife ab. In Aix en Provence also befindet sich ein Restaurant. Es ist auch im GeoGuide drin, falls den jemand besitzt. Ich kenne weder den Namen noch die Adresse, aber wenn man über die Rue Portalis in die Stadt kommt, dann kommt man daran vorbei. Es ist ein Restaurant ohne jeglichen Schnick, kein Neonschild, nicht man ein nicht-Neon-Schild, ich glaube, es steht Restaurant irgendwo dran, aber kein Name oder so. Es hängt eine Karte aus, auf der sich zwei Menus befinden, eines mit 4 Gängen für 10 und eines mit 5 Gängen für 13 Euro (Ich war sehr beeindruckt von den Zahlen, bis ich mal ausgerechnet habe, daß das ja etwa 60 bzw. 72 Francs wären. Ich war dann immernoch beeindruckt, aber weniger aufgrund der absoluten Zahlen, sondern mehr aufgrund der Tatsache, daß sich dieses Restaurant der Teuerungswelle in der Gastronomie so konsequent verweigert.). Die Karte wechselt jeden Tag und ist auf einer Schreibmaschine getippt. Man wird darauf freundlich darauf hingewiesen, daß man die Menus essen kann oder es lassen, daß es à la carte hier nicht gibt und daß man nur in bar bezahlen kann. Der halbe Liter Wein kostet 2.80. Das Essen ist lecker und die Bedienung ist freundlich, nämlich entweder der Besitzer, oder die Frau des Besitzers, die auch gleichzeitig Chefkoch ist. Nur falls mal einer meiner werten Leser nach Aix en Provence kommt.
Sunday, August 14. 2005
In Stanford ist das Wetter immer dasselbe. Es ist sonnig, warm, aber nicht zu heiß, und oft streicht eine leichte Brise ueber die Vegetation. Man kann von amerikanischen Städten halten, was man will, gerade was die Raumplanung angeht (groß, breit, weite Wege, etc.), aber Stanford ist sicher einer der netteren Gegenden. Es gibt schon einen Grund dafür, dass Kalifornien eine gute Reputation hat. Es ist auch verdammt teuer. In der Schweiz ist man ja einiges gewöhnt, und es ist trotzdem teuer. Heute will ich die Geschichte von einem kleinen Park in Stanford erzählen.
Continue reading "Der kleinste Park der Welt"
Monday, August 1. 2005
Ich bin gerade ein L.A., auf einer interessanten, lustigen, und prestigeträchtigen Konferenz. Da ich mehr zufällig zu der Ehre gekommen bin, hier anwesend sein zu dürfen (und es auch bezahlt zu bekommen), habe ich mehr Spaß als normalerweise auf Konferenzen, da ich keine mühsame Arbeit (i.e. vortragen) erledigen muß.
Noch viel besser finde ich, daß ich anscheinend meine Fähigkeit zum Jetlag eingebüßt habe. Und das selbst nach Flügen nach L.A., immerhin 9 Stunden Unterschied. Ich bin beeindruckt. L.A. ist häßlich, aber das Wetter ist schön, ich hoffe, daß ich in den nächsten Tagen noch dazu komme, hier ein paar repräsentative Photos zu machen.
Mein Weg hierher führte ueber London, und im dortigen Flughafen gibt es den bei weitem coolsten Whisky, den ich kenne, und den ich jetzt auch besitze. Es ist ein 19-jähriger Isle of Jura, 1984 kam er ins Fass. Jetzt kann man schon mit gut begründete Spekulationen anfangen. Es ist ein George Orwell Memorial Whisky. Ein Photo habe ich noch nicht gemacht, liefere ich aber nach.
Das ist so cool, daß mich allein der Gedanke an diesen Whisky in meinem Gepäck vor dem Zusammenbruch bewahrte, als ich am Flughafen, direkt hinter der Passkontrolle, zwei Photos an der Wand erblicken mußte, von George (W.) Bush und Dick Cheney. Wie in Thailand vom König, und in den Diktaturen dieser Welt vom entsprechenden Tyrannen. Leider habe ich auch davon kein Photo, meine Digicam war im Gepäck, und ich war zu erschrocken, um sie rauszunehmen. Außerdem habe ich auf Flughäfen immer Angst, erschossen zu werden, wenn ich auffalle. Und aufgefallen waere ich unter all den anderen Reisenden, die leicht gehetzt auf die Gepäckabgabe zu strömten, mit leicht müdem, und wenn auch ihnen die Photos auffielen, entweder amüsierten oder beängstigten Gesichtsausdruck.
Angesichts der Tatsache, dass das mein erster Eindruck von L.A. war, geht es mir eigentlich ganz gut. Das Essen ist lecker, das Wetter ist schön, und ich bin auf einer interessanten, lustigen, und prestigeträchtigen Konferenz.
Sunday, July 10. 2005
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Etwas verspätet, aber immerhin, mein zwei-einhalbter Eindruck von New York. Ich könnte mir vorstellen, dass es schwierig ist, aus New York wegzuziehen. Ich muss wohl nicht betonen, dass es in New York alles gibt (zu tun und zu kaufen), was man wollen könnte. Die New Yorker selbst sind herrlich entspannt, und haben ihren gesunden Menschenverstand noch nicht verloren. So kann man auch mal ohne Ausweis Bier kaufen, und sie fragen einen zwar, wie alt man ist, wenn man in einen Club geht, aber wirklich interessieren tut es sie nicht (ok, ich sehe auch nicht mehr wirklich so jung aus). Unweit der Stadt gibt es einen Strand, und ich habe mir sagen lassen, dass das Hinterland sehr schön sein soll. Was will man mehr?
Eigentlich nichts. Wenn man in New York wohnt, ist alles gut, solange man das nötige Kleingeld mitbringt (Und das ist keine subtile Sozialkritik, ich finde das total ok. Ich bin mir sicher, dass man auch in New York billig leben kann, aber ich bin mir auch sicher, dass man dann woanders mehr Spass haben kann.).
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Ich finde es fast selbst ein wenig unfair, aber ich muss doch nochmal drauf rumhacken. Die angelsächsischen Länder scheinen von dem post-9/11 Schock einfach besonders stark betroffen zu sein (siehe London). Ich will nicht nörgeln, aber solche Poster in der U-Bahn machen mich einfach nervös. Es ist auch nicht so, dass ich hier ein Ventil für meinen latenten Antiamerikanismus suche, so ein Poster würde mich auch hier nervös machen... aber hier gibt es solche Poster nicht.
Wahrscheinlich bedeutet das, dass ich hier weniger sicher bin.
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Wednesday, April 20. 2005
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London ist eine tolle Stadt. Man mag über das Wetter streiten, aber London ist eine tolle Stadt. Ich war sehr beeindruckt. London ist so toll, daß man leicht vergißt, daß man sich in der wahrscheinlich best-überwachten Stadt der Welt befindet.
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, alle Überwachungskameras zu fotographieren, die ich entdecke. Etwa 20 Minuten, nachdem ich in London selbst angekommen war (ich hatte den Flughafen garnicht erst mitgezählt), wurde mir klar, daß mir das erstens gewaltig den Spaß verderben würde, und ich zweitens deutlich mehr SDRAM hätte mitnehmen müssen. Man kann wirklich kaum zwanzig Meter gehen, ohne eine oder mehrere neue Kameras zu sehen. Am besten fand ich zwei, die ich leider nicht fotographieren konnte: Am Flughafen, mit einem Schild darunter (und einem Wachmann nebendran):
Photos and video-cameras prohibited.
Diese Installation war so schön paradox, daß sie mich versöhnt hat. Allein dieses Kunstwerk ist es wert, daß in ganz London Kameras installiert sind, meist mit dem zynischen Spruch For your security and peace of mind, this area is under video surveillance irgendwo in der Nähe.
Nicht, daß mich jemand falsch versteht. Ich war wirklich beeindruckt von London.
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